Unser Leben unterliegt einer ständigen Veränderung und mit dieser auch der wohnliche Platzbedarf. Wird mehr Platz benötigt, erfolgt die Einsicht bei den Menschen meistens sehr schnell, dass es Zeit wird auf die Suche nach einer neuen Wohnung oder einem neuen Haus zu gehen.
Mehr Platzbedarf tritt zum Beispiel ein durch den Wunsch zusammenzuziehen mit der Freundin oder dem Freund, Kinder zu haben oder sein wohl verdientes Geld in mehr Raum zu investieren.
Oft lerne ich auch Interessenten kennen, die ein Haus für “Mehrgenerationenwohnen” suchen, also die Großeltern langfristig mit einziehen lassen wollen. Diese Suchenden, typischerweise junge Familien oder Pärchen, machen mindestens die Hälfte aller Besichtigungen aus, die Anne, Marcel, meine Kollegen oder ich führen.
Die typischen Schwankungen des Platzbedarfs im Verlauf des Lebens sind in der Grafik unten veranschaulicht:
Wird die Immobilie in der zweiten Lebenshälfte allerdings zu groß, schaffen viele den “Absprung” nicht oder warten viel zu lange mit der Entscheidung bzw. treffen gar keine Entscheidung. Das ist fatal! Denn es ist nicht nur der Platzfaktor, der berücksichtigt werden muss. Auch wirtschaftliche und konzeptionelle Faktoren (Barrierefreiheit und Nahversorgung) spielen eine Rolle. Wirtschaftlich gesehen ist der Platzbedarf übrigens gleichzusetzen mit Kosten, da meistens Preis, Nebenkosten etc. direkt von der Anzahl der Quadratmeter abhängen. Unter der Berücksichtigung von Wechselkosten macht es also auch wirtschaflich Sinn die Immobilie an den Platzbedarf anzupassen.
Wir empfehlen unseren Kunden immer, die Entscheidung zur wohnlichen Veränderung zu treffen, solange sie noch frei entscheiden können.
Im schlimmsten Fall wird älteren Menschen bzw. Immobilienbesitzern die Entscheidung zum Verkauf oder zur Veränderung aus gesundheitlichen oder familiären Gründen aufgezwungen und zwar zu einem Zeitpunkt, der eigentlich viel zu spät im Leben liegt. Dann fällt die Veränderung oft viel schwerer, als hätte man sich schon zu einem “vernünftigen” Zeitpunkt damit auseinandergesetzt. Aus Kundenerfahrungen weiß ich, dass Auslöser meist unvorhergesehene Entwicklungen sind, wie zum Beispiel ein Unfall, Krankheit, der Tod des Partners oder plötzliche Geldprobleme.
Auf Messen und Veranstaltungen höre ich ständig die Aussage:
“Wir sind jetzt 70 und eigentlich ist das Haus viel zu groß für uns zwei, aber wir sind ja noch top fit. Irgendwann in den nächsten Jahren steht der Verkauf des Hauses mal an, falls die Kinder es nicht haben wollen. Aber jetzt noch nicht.”
Die Altersangabe lässt sich beliebig austauschen mit 80 und auch 90 (!). Die Aussage bleibt gleich. Das Alter besagter Kinder kann man sich ausrechnen und damit auch die geringe Wahrscheinlichkeit, dass diese das Haus vielleicht doch noch für sich selbst haben wollen. Im Alter von 50 oder 60 Jahren sollten die Kinder schon selber auf der Suche nach einer konzeptionell ganz anderen Immobilie sein. Warum das im Moment so wichtig ist, erzähle ich jetzt.
Anbei die Geburtenrate in Deutschland pro 1000 Personen: